• Berlin gibt Deep Tech eine Strategie: Die Deep Tech Berlin Agenda ist beschlossen

Was braucht es, damit aus visionären Ideen exzellenter Berliner Forschung marktfähige Wertschöpfung in Berlin entsteht? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Deep Tech Berlin Agenda (DTBA), die der Senat am 16. Juni 2026 auf Vorlage von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey beschlossen hat. Mit dem neuen strategischen Rahmen will Berlin seine Position als einer der führenden Deep-Tech-Standorte Europas in den kommenden zehn Jahren gezielt ausbauen. 

Was die Agenda vorhat 

Die Agenda verfolgt unter dem Leitmotiv „Pioneering Tech for Freedom“ drei übergeordnete Ziele: 

  • Berlin soll sich als führender europäischer Standort für Deep-Tech-Innovationen etablieren,  

  • ein attraktiverer Ort für den Transfer von Forschung in marktfähige Anwendungen werden, und  

  • bessere Bedingungen für die Skalierung und das Wachstum von Deep-Tech-Unternehmen schaffen. 

Im Zentrum stehen fünf strategische Technologiefelder, die in Verbindung mit besonders vielversprechenden Anwendungsfeldern starke Innovationsökosysteme bilden:  

  • Artificial Intelligence,  

  • Biotechnology,  

  • Microelectronics, Photonics & Quantum Technologies,  

  • Advanced Materials & Manufacturing sowie 

  • Software Technologies.  

Die Deep Tech Berlin Awards wurden genau in diesen fünf Feldern vergeben.  

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sagte bei der Vorstellung: „Wir müssen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit, den Wohlstand, die Resilienz und die Freiheit zukünftiger europäischer Generationen zu sichern. Mit der Deep Tech Agenda bündeln wir Berlins Stärken in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass technologische Durchbrüche schneller in Anwendung, Unternehmen und nachhaltiges Wachstum überführt werden." 

Konkrete Instrumente 

Neben der inhaltlichen Priorisierung enthält die Agenda einen Werkzeugkasten strategischer Hebel, aus denen bedarfsgerecht Maßnahmen abgeleitet werden sollen. Dazu zählen bspw. die Beschleunigung des Wissens- und Technologietransfers oder ein bedarfsgerechtes Finanzierungsangebot entlang des gesamten Innovationsprozesses.  

Mit der Berlin Transfer Bridge liegt bereits ein Handlungsrahmen zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft vor. Es handelt sich um eine im Juni 2026 vom Berliner Senat vorgestellte Innovationsinitiative, die als Bindeglied zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Wirtschaft dient. So sollen neue Technologien schneller zu marktfähigen Produkten werden. Die Initiative wird gemeinsam mit dem Berliner Transferrat Berliner Transferrat als strategisches Begleitgremium, das Transferakteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und intermediären Organisationen vereint, umgesetzt.  

Mit dem neuen Pre-Seed-Fonds #BSharp, der Deep Tech-Ausgründungen unterstützt, konnte bereits eine wichtige Finanzierungslücke geschlossen werden.  

Ergänzend sollen Reallabore gefördert, internationale Talente gewonnen und die Sichtbarkeit Berlins als Deep-Tech-Standort gestärkt werden. 

Wo Berlin heute steht 

Berlin verfügt über hervorragende Ausgangsbedingungen: Im Dealroom Tech Ecosystem Index 2026 belegt Berlin Platz 4 in Europa und Platz 22 weltweit. Bereits heute entstehen in Berlin Deep-Tech-Lösungen, die über die Landesgrenzen hinauswirken: von KI-gestützten Faktenchecks gegen Desinformation (Gretchen AI) über ressourcenschonende 3D-Druckverfahren für Faserverbundstoffe (Endless Industries) bis hin zu nicht-invasiver Blutzuckermessung (DiaMonTech AG) und drahtloser Unterwasserkommunikation (EvoLogics GmbH). 

Die Agenda wurde von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unter Einbindung anderer Ressorts entwickelt, während an der Berlin Transfer Bridge auch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege beteiligt war. Die Agenda soll als lernende Strategie kontinuierlich weiterentwickelt werden. 

 

Weiterlesen:  

Zur vollständigen Deep Tech Berlin Agenda und Berlin Transfer Bridge 

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Interview mit Deep Tech Startup SOLYCO 

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