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    Landeslehrpreis Berlin: Exzellente Hochschullehre im Fokus

Am 1. Juli 2026 wurde zum ersten Mal der Berliner Landespreis für exzellente Hochschullehre vergeben. Eine unabhängige Jury aus Studierenden, Expert*innen für Hochschuldidaktik, Lehrqualität und Hochschulentwicklung sowie Lehrenden hat die Preisträger*innen und die Nominierten für den Publikumspreis ausgewählt. Ihre Lehrveranstaltungen überzeugen durch didaktische Qualität, Studierendenzentrierung, Transferpotenzial und Innovation – eine Bereicherung für die Brain City Berlin. 

Im Rahmen des Fachtages „Exzellente Hochschullehre“ an der Berliner Hochschule für Technik wurden hervorragende und innovative Lehrleistungen an den Berliner Hochschulen gewürdigt. Das Ziel des Preises ist es, exzellente Lehre sichtbar zu machen, ihre Bedeutung hervorzuheben und Impulse für Weiterentwicklung zu geben. Insgesamt wurden 60.000 Euro Preisgeld vergeben. Das Preisgeld ist zweckgebunden und dient der Weiterentwicklung der Lehre bzw. studentischer Belange. 

Die Preisträger*innen 

1. Preiskategorie: Vermittlung von Grundlagenwissen und -kompetenzen (15.000 Euro) 

Prof. Dr. Andreas Modler (Berliner Hochschule für Technik) „Physik 1 – Mechanik und Physik 2 – Mechanische Wellen und Wärmelehre“ (Bachelor Medizinphysik) 

Physik mit Klick? Mechanik neu gedacht! In den Modulen Physik 1 & 2 wird trockene Theorie durch maximale Interaktion ersetzt. Statt passiver Vorlesungen erwartet die Studierenden ein moderner Mix: Mit Just-in-Time-Teaching bereiten Sie sich flexibel digital vor und prägen den Unterricht durch ihr Feedback direkt mit. In der Präsenz sorgen Peer Instruction via Klicker-Voting und spannende Tutorien für Aha-Erlebnisse in kleinen Teams. Hier werden typische Denkfehler nicht bestraft, sondern gemeinsam geknackt, um echte Konzepte zu verankern. Das Ergebnis? Ein messbar überdurchschnittlicher Lernerfolg und eine motivierende Portfolio-Prüfung, die kontinuierliches Dranbleiben belohnt. Physik, die begeistert und funktioniert! 

2. Preiskategorie: Vertiefung, Anwendung und Transfer von Wissen und Kompetenzen (15.000 Euro) 

Dr. Jannis Julien Grimm (Freie Universität Berlin) „Talking Violence“ (Bachelor Politikwissenschaft) 

„Talking Violence“ ist ein transferorientiertes Bachelorseminar zur Beziehung von Sprache und Gewalt. Das Seminar nähert sich dem Thema auf inhaltlicher wie auf der Meta-Ebene: So setzen sich Studierende anhand von Fallbeispielen mit den materiellen, symbolischen und strukturellen Dimensionen von Gewalt auseinander und nutzen diese Vorarbeit anschließend zur Produktion einer gemeinsamen Podcast-Reihe: Thementeams erstellen dabei Drehbücher für einzelne Episoden, führen leitfadengestützte Interviews mit Fachexpertinnen und -experten und redigieren die Gespräche zur Veröffentlichung. Das Seminar stärkt damit Recherche-, Moderations- und Interviewkompetenzen, machte Wissensproduktion erfahrbar, und sensibilisiert Studierende für verantwortungsbewusste Wissenschaftskommunikation zu Gewaltphänomenen. 

Der entstandene Podcast ist online abrufbar. 

3. Preiskategorie: Selbstständige Hervorbringung von Wissen und Kompetenzen (15.000 Euro) 

Prof. Sebastian Quack (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) „Spielklub – Künstlerische Forschung“ (Master Spiel und Objekt) 

Das Seminar „Spielklub - Künstlerische Forschung“ fungiert als mobiles Laboratorium, das Spielen als fundamentale kulturelle Praxis erkundet und Wissen über vielfältige Spielformen erweitert. Herausragend ist die Verschränkung von Theorie, urbaner Feldforschung und kollaborativer Publikationspraxis: Studierende erarbeiten soziologische und dekoloniale Spieltheorien und konzipieren auf dieser Grundlage eigenständig Exkursionen in reale Berliner Spielräume – vom Casino über Live-Rollenspiel bis zur KI-Installation. Als Forschende organisieren sie selbstständig den Zugang zu Communities jenseits klassischer Kulturorte. Die Erkenntnisse fließen in ein multimodales Zine ein, das durch Grafikexpertise, Audiotracks und haptische Vielfalt die Dokumentation selbst zum künstlerischen Objekt erhebt. 

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4. Preiskategorie: Studentische Lehre (10.000 Euro) 

Josephine Lang und Lilli Johanna Schlünz (Humboldt-Universität zu Berlin) „Studium Oecologicum“ (überfachliches Wahlpflichtmodul) 

Das Studium Oecologicum (StudOec) der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein langjähriges, studentisch geleitetes Lehrformat zur sozial-ökologischen Transformation, das aus der Initiative „Nachhaltigkeitsbüro“ hervorging. Es ermöglicht Studierenden aller Fachrichtungen, Nachhaltigkeit kritisch zu reflektieren und praxisnahe Kompetenzen zu entwickeln. Das Programm verzahnt Theorie und Praxis in zwei Kursen: der Ringvorlesung „Der Grüne Faden“ mit wöchentlichen Vorträgen von Expertinnen und Experten und dem Projekttutorium „Studieren Transformieren“, in dem Wissen aktiv in Projekte übersetzt wird – etwa durch die Mitgestaltung künftiger Lehre. Das Besondere: Studierende erwerben essenzielle Gestaltungskompetenzen und werden zu Change Agents, die nachhaltige Ideen weit über die Universität hinaus in die Gesellschaft tragen. 

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Darüber hinaus wurde ein Publikumspreis (5.000 Euro) vergeben, der bis kurz vor der Preisverleihung um Stimmen rang. Letztendlich gewann Dr. Tharusan Thevathasan von der Charité – Universitätsmedizin Berlin für das Projekt „Students Teach Students Academy“. In realitätsnahen Simulationen trainieren Medizin-Studierende, wie sie bei Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufschock oder einer Wiederbelebung schnell, sicher und im Team handeln. 

Der Fachtag „Exzellente Hochschullehre“ 

Zur Begrüßung sprachen Christian Hingst, Abteilungsleiter Hochschulen – Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, und Dr. Julia Neuhaus, Präsidentin der Berliner Hochschule für Technik (BHT), über die Hochschullehre in Berlin. Es folgte eine Keynote von Prof. Dr. Frank Ziegele vom CHE (Centrum für Hochschulentwicklung). Unter anderem sagte er, dass hervorragende Lehre die Leistung des einzelnen Lehrenden sei, aber von den Rahmenbedingungen ermöglicht werde. Dazu gehörten die Wertschätzung der Lehre, ihre strategische Verankerung im Profil der Hochschule sowie geeignete Organisations-, Kommunikations-, Anreiz-, Karriere- und Servicestrukturen.  

Es folgten Vorträge, Workshops und TeachSlams sowie ein öffentlich zugängliches Programm zur  Erlebniswelt Lehre mit Präsentationen, Infoständen und Ausstellungen in der Brain City Berlin.  

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