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    Ausblick: Das wird 2026 in der Berliner Wissenschaft wichtig

Wir wünschen allen Leser*innen einen guten Start in das neue Jahr! Nach dem Jubiläumsjahr 2025 beginnt das Wissenschaftsjahr 2026 mit einem klaren Fokus auf das Thema „Medizin der Zukunft“. Berlin startet dabei mit starken Impulsen aus Forschung, Hochschulen und Wissenschaftspolitik. Zum Jahresauftakt geben wir einen Überblick über gute Nachrichten, wichtige Termine und zentrale Themen aus der Berliner und internationalen Wissenschaft.  

Gute Nachrichten zum Jahresbeginn  

Medizinische Spitzenforschung an der Charité: Das Wissenschaftsjahr 2026 beginnt in Berlin mit wichtigen Forschungsprojekten, insbesondere an der Charité–Universitätsmedizin Berlin. Am Friede Springer Cardiovascular Prevention Center startet die Heart Health Study, in der bis zu 5.000 Proband*innen im Alter von 18 bis 70 Jahren umfassend untersucht werden. Ziel ist es, Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, noch bevor erste Symptome auftreten. Darüber hinaus forscht die Charité intensiv zu HIV sowie zu verschiedenen Krebsarten und stärkt damit Berlins Rolle als international sichtbaren Standort für Präventions- und Translationsforschung. 

Bessere Luft, bessere Gesundheit: Umweltzonen zeigen Wirkung. In Metropolen wie New York und London sinkt die Luftverschmutzung deutlich. Auch in Berlin sind Fortschritte messbar. Innerhalb des S-Bahn-Rings gilt weiterhin die Umweltzone mit grüner Plakette, und stadtweit hält die Brain City Berlin seit 2020 ihre Zielwerte für Luftschadstoffe ein. Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen, dass Umweltzonen nicht nur positive Effekte auf die körperliche Gesundheit haben, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen entfalten. Dazu zählen weniger psychische Erkrankungen und bessere Bildungserfolge. Ein Beispiel dafür, wie evidenzbasierte Forschung politische Maßnahmen in der Stadt wirksam begleitet. 

Internationale Mobilität gestärkt: Eine weitere gute Nachricht für die Berliner Hochschulen: Großbritannien kehrt schrittweise in das Erasmus-Programm zurück. Ab 2027 wird das Vereinigte Königreich wieder vollständig an Erasmus+ teilnehmen. Das stärkt die internationale Mobilität von Studierenden und Forschenden und eröffnet neue Perspektiven für die europäische Zusammenarbeit auch für die Berliner Wissenschaftslandschaft. 

 

Wichtige Veranstaltungen 2026 für den Kalender 

Die Internationale Grüne Woche läuft aktuell vom 16. bis 25. Januar 2026 in Berlin und feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der Messe präsentiert die Heinrich-Böll-Stiftung eine Ausstellung zum Thema Moorschutz, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit Design und Praxis verbindet.  

Ein fester Höhepunkt im Berliner Wissenschaftskalender ist die Lange Nacht der Wissenschaften am 6. Juni 2026. Im vergangenen Jahr feierte das Format sein 25-jähriges Bestehen und bringt auch 2026 wieder Forschung aus Laboren und Instituten in die Stadt. 

Vom 2. bis 4. September 2026 findet die PartWiss-Konferenz zu Partizipation in der Wissenschaft statt. Gastgeberin ist die Stabsstelle Science and Society der Technischen Universität Berlin, unterstützt vom TD-Lab der Berlin University Alliance. Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die Stärkung partizipativer Ansätze in Forschung und Wissenschaftskommunikation. 

Die Berlin Science Week vom 1. bis 10. November 2026 ist das wichtigste Festival für Wissenschaft und Kultur in der Hauptstadt. Sie verfolgt das Ziel, die Brain City Berlin in einen offenen Raum für wissenschaftliche Ideen zu verwandeln. Mit hunderten kostenfreien Veranstaltungen bringt sie Forschung aus den Institutionen hinein in die Stadtgesellschaft. 

Zeitgleich, vom 7. bis 9. November, findet der Falling Walls Science Summit statt. Das globale Forum versammelt internationale Vorreiter*innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, um aktuelle Durchbrüche zu diskutieren und neue Impulse zu setzen. 

Ein regelmäßiger Tipp für das ganze Jahr ist der Science Slam im Zeiss-Großplanetarium im Prenzlauer Berg. Einmal im Monat präsentieren junge Wissenschaftler*innen dort ihre Forschung in jeweils zehn Minuten verständlich, unterhaltsam und auf den Punkt. 

 

Zentrale Themen 2026 

Das Wissenschaftsjahr 2026 steht bundesweit unter dem Motto Medizin der Zukunft. Viele Berliner Forschungsinstitutionen beteiligen sich mit Veranstaltungen und Projekten. Den Auftakt bildet am 20. Januar 2026 eine Veranstaltung im Futurium. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie wird die Medizin der Zukunft aussehen? Wie können Krankheiten früher erkannt und verhindert werden? Wie lassen sich Therapien stärker individualisieren und digitale Technologien verantwortungsvoll einsetzen? Und welchen Beitrag leistet geschlechtersensible Forschung zu einer gerechteren Gesundheitsversorgung? Am Vormittag wird ab 11 Uhr die Eröffnungsrede der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, live gestreamt (den Link finden Sie am Veranstaltungstag hier). Am Abend können Besucher*innen vor Ort ab 17 Uhr zentrale Gesundheitsthemen erkunden. 

Die Einstein Stiftung Berlin stärkt den Wissenschaftsstandort weiter mit einer Förderung von 13 Millionen Euro für elf neue Projekte. Gefördert werden Vorhaben aus Bereichen wie Quantencomputing und Präventionsmedizin über einen Zeitraum von sechs Jahren. Das größte Projekt ist das Einstein Center for Early Disease Interception, das darauf abzielt, Krankheiten bereits im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln. Nach einer Anfangsphase liegt der Schwerpunkt auf der beschleunigten Entwicklung, Integration und Anwendung neuer Schlüsseltechnologien. Ergänzt wird dies durch eine neue Einstein Research Unit zu Technologien in der globalen Gesundheit, die mit sieben afrikanischen Partnerinstitutionen zusammenarbeitet. 

Auch die Künstliche Intelligenz ist weiter ein wichtiges Thema. Die Brain City Berlin ist ein führender KI-Forschungsstandort in Deutschland und hat zugleich die höchste Dichte an KI-Startups im bundesweiten Vergleich aufzuweisen. Das neu entstandene KI-Kompetenzzentrum BIFOLD (Berlin Institute for Foundations of Learning Data) forscht etwa zu Big Data und Maschinellem Lernen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vergab im Dezember den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis an BIFOLD-Ko-Direktor Prof. Dr. Klaus-Robert Müller von der TU Berlin für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens sowie deren interdisziplinärer Anwendung, vor allem in den Naturwissenschaften.  

 

Wir wünschen allen Leser*innen einen guten Start in ein spannendes Wissenschaftsjahr 2026. 

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