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    Weltkrebstag 2026: Wie Berliner Forschung die Frauengesundheit stärkt

Am 4. Februar rückt der Weltkrebstag weltweit Menschen, Schicksale und Forschungserfolge in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Gemeinsam. Einzigartig!“ macht der Aktionstag 2026 deutlich, was auch für die Krebsforschung gilt: Jede Erkrankung verläuft anders, jede Patientin bringt individuelle Voraussetzungen mit. Gerade in der Frauengesundheit zeigt sich, wie wichtig personalisierte Medizin, gezielte Prävention und geschlechtersensible Forschung sind. Berlin spielt dabei eine zentrale Rolle, etwa mit dem Forschungsprojekt MOSAI am Charité Comprehensive Cancer Center.  

Krebs betrifft Frauen anders als Männer. Zwar erkranken weltweit mehr Männer an Krebs, doch bestimmte Tumorarten treten ausschließlich oder deutlich häufiger bei Frauen auf, darunter Brustkrebs, Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jährlich werden rund 75.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, etwa jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens betroffen. Auch in Berlin ist Brustkrebs mit Abstand die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen. Jede dritte Krebsneuerkrankung betrifft hier die Brust. 

Gleichzeitig zeigen Zahlen aus Berlin und Brandenburg, dass Prävention noch längst nicht alle erreicht. Nur etwa jede zweite eingeladene Frau nimmt am Mammographie-Screening teil. Damit liegen die Teilnahmequoten deutlich unter der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von 70 Prozent. Dabei belegen Studien, dass das Screening die Brustkrebssterblichkeit um 20 bis 30 Prozent senken kann. Gründe für die Zurückhaltung reichen von Angst vor Schmerzen oder Strahlenbelastung über Terminprobleme bis hin zu Informationsdefiziten. Genau hier setzen Forschung, Aufklärung und innovative Versorgungskonzepte in der Brain City Berlin an. 

Berliner Krebsforschungsprojekte 

Ein zentrales Berliner Leuchtturmprojekt ist MOSAIC am Charité Comprehensive Cancer Center. Das internationale Forschungsprojekt erstellt einen hochauflösenden Multi-Omics- und Spatial-Atlas verschiedener Krebsarten, darunter Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs. Ziel ist es, Tumore auf molekularer Ebene besser zu verstehen und Therapien präziser auf einzelne Patientinnen zuzuschneiden. Dafür arbeiten Berliner Forschende mit internationalen Partnern aus Medizin, Technologie und Künstlicher Intelligenz zusammen. 

Auch am Max Delbrück Center für Molekulare Medizin wird mithilfe von Deep Learning intensiv an personalisierten Krebstherapien geforscht. Ein Team um Altuna Akalin hat ein KI-basiertes Werkzeug entwickelt, das komplexe Daten aus Genetik, Bildgebung und klinischen Befunden zusammenführt. Das Toolkit namens “Flexynesis” kann ganz unterschiedliche Datentypen gleichzeitig auswerten und so die komplexe Krankheit im Zusammenspiel mit zahlreichen Faktoren auf einmal analysieren. So können Ärzt*innen fundiertere Entscheidungen treffen, welche Therapie für welche Patientin am besten geeignet ist. Gerade bei Brustkrebs eröffnet diese datengetriebene Präzisionsmedizin neue Perspektiven, auch im fortgeschrittenen Stadium. 

Krebs als gesamtgesellschaftliche Aufgabe 

Ergänzt wird diese Forschungslandschaft durch Institutionen wie die Berliner Krebsgesellschaft, die gezielt Nachwuchswissenschaftler*innen fördert und innovative Projekte anschiebt, sowie durch das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung, das Grundlagenforschung und klinische Anwendung eng miteinander verzahnt. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass neue Erkenntnisse schneller bei den Patientinnen ankommen. 

Der Weltkrebstag 2026 macht deutlich: Krebs ist längst kein rein medizinisches Thema mehr, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Berliner Wissenschaft zeigt, wie Forschung, Prävention und individualisierte Therapie zusammenwirken können, um Frauengesundheit nachhaltig zu stärken. Gemeinsam und einzigartig. 

Weitere Informationen 

In der Brain City Berlin wird vielerorts zum Thema Krebs geforscht, etwa an diesen Institutionen:  

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