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    Berliner Wissenschaft im All: Marsforschung des DLR

Das Weltall scheint so weit entfernt zu sein, aber am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Brain City Berlin ist es plötzlich doch ganz nah. Das Zentrum ist seit mehreren Jahren an zwei zentralen Experimenten des NASA-Marsrovers „Perseverance" beteiligt und feierte in diesem Jahr gemeinsam mit der NASA das fünfjährige Jubiläum der Mission. 

Stetig und beharrlich unterwegs 

Perseverance bedeutet Beharrlichkeit, ein passender Name für den Rover auf dem Roten Planeten. Am 18. Februar 2021 landete er im Jezero-Krater und hat seitdem mehr als 40 Kilometer zurückgelegt, vier wissenschaftliche Kampagnen abgeschlossen und über 30 Gesteins-, Regolith- und Atmosphärenproben gesammelt. Er hat den vulkanischen Kraterboden erkundet, die Sedimente eines ehemaligen Flussdeltas untersucht und befindet sich gegenwärtig hinter dem Kraterrand, wo Gestein aus der tiefen Marskruste an die Oberfläche geschleudert wurde. Seit fünf Jahren überträgt er regelmäßig hochauflösende Bild-, Spektral- und Umweltdaten zur Erde. 

Das Highlight der Mission 

Ein besonderes Highlight der bisherigen Mission war die Untersuchung eines Felsens mit dem Spitznamen „Cheyava Falls". Er enthält ein auffälliges Muster aus hellen Flecken aus Kalziumsulfat, umgeben von schwarzen, eisen- und phosphathaltigen Rändern, die an ein Leopardenfell erinnern. Diese Stoffe deuten auf chemische Reaktionen in einer wässrigen Umgebung hin, die vor Milliarden von Jahren mikrobielles Leben ermöglicht haben könnten. Es sind einige der stärksten Biosignaturen, die je auf dem Mars gefunden wurden, auch wenn sie noch kein definitiver Beweis für Leben sind. Ob der Mars einst lebenfreundlich war, kann letztlich nur durch die Untersuchung der Proben auf der Erde geklärt werden. 

Berliner Expertise im Einsatz 

Das DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin ist maßgeblich an der taktischen und strategischen Planung von Aufnahmen mit dem Kamerasystem Mastcam-Z beteiligt und wirkt an der wissenschaftlichen Auswertung der Bilddaten mit. Diese Expertise, die aus Missionen wie Mars Express, Dawn oder dem Lander MASCOT gewachsen ist, ermöglicht es, dreidimensionale Geländemodelle zu erstellen, geologische Strukturen präzise zu analysieren und geeignete Ziele für weiterführende Untersuchungen auszuwählen. Darüber hinaus unterstützt das DLR beim Betrieb und der Auswertung des Instruments SuperCam sowie bei der Kalibrierung des Wettersensors MEDA, der Windgeschwindigkeit, Temperatur und Staubpartikel in der Marsatmosphäre erfasst 

Planetenforscherin Nicole Schmitz vom DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin sagt: "In den mehr als fünf Jahren auf dem Mars haben die Mastcam-Zs zehntausende hochauflösender Bilder aufgenommen. Sie lieferten uns entscheidende Einblicke in den Jezero-Krater, enthüllten unerwartete vulkanische Gesteinsstrukturen, und waren unerlässlich bei der präzisen Auswahl wertvoller Gesteinsproben. Mit der wissenschaftlichen Analyse dieser faszinierenden Aufnahmen werden wir noch viele Jahre beschäftigt sein." 

Die Frage, ob der Mars einst Leben beherbergte, ist noch nicht beantwortet. Aber dank der Arbeit aus der Brain City Berlin sind wir ihr ein gutes Stück nähergekommen. 

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