• Stadtentwicklungskongress 2026: Weltmetropole Berlin – Internationale Perspektiven für Stadtentwicklung und Mobilität. Bild von Fionn Grosse via Unsplash

    Stadtentwicklungskongress 2026: Welche Visionen treiben die Städte von morgen an?

Wie bleiben Metropolen angesichts von Klimawandel, Verkehrszunahme, Wohnungsnot und Flächenknappheit widerstandsfähig? Welche Visionen treiben die Städte von morgen an – und wo ist Berlin selbst Vorreiterin? Am 28. Januar 2026 fand der Stadtentwicklungskongress bei der IHK Berlin im Charlottenburger Ludwig Erhard Haus statt. Zum Wahljahr haben führende Köpfe aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft gemeinsam mit internationalen Expert*innen über die großen städtischen Fragen unserer Zeit diskutiert.  

Unter anderem ging es beim Stadtentwicklungskongress 2026 um den ÖPNV von morgen und die Vision, ihn flächendeckend zuverlässig und günstig zu machen – ein wichtiges Thema für Berlin. “Eine der Visionen, die Städte von morgen antreibt, wirkt auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär: Nutzungsmischung. Hinter dem Begriff steckt aber ein Konzept, was Urbanität in Zukunft ausmacht und wie diese beeinflusst werden kann”, erklärt Brain City Botschafter und HTW-Professor Dr. Florian Koch

“Gemischt genutzte Quartiere, kurze Wege, vielfältige Angebote auf Kiezebene für verschiedene Bevölkerungsgruppen oder die Schaffung von multifunktionalen Flächenangeboten, sogenannte "Mehrfachnutzungen" sind aktuelle Stadtentwicklungstrends. Das ist ökologisch, u.a. weil weniger Fläche z.B. für Verkehr verbraucht wird; und fördert die Urbanität, da durch die verschiedenen Nutzungen Städte durch unterschiedliche Gruppen genutzt und belebt werden.” 

Berliner Zukunftstrends 

Einen Blick in die Zukunft warf die Sitzung zum Thema EXPO 2035 Berlin – diese Bewerbung läuft aktuell, getragen vom Verein Global Goals für Berlin. Sie hat das Ziel, Berlin zu transformieren und zu einem Vorbild für die Metropole des 21. Jahrhunderts zu machen. Mit den 17 Nachhaltigen Entwicklungszielen soll die ganze Stadt zu einer Ausstellung werden.  

Start-ups wie etwa STOFF2 waren ebenfalls vertreten. Das junge Unternehmen entwickelt auf dem Gelände des Berliner Zukunftsorts “Berlin TXL – Urban Tech Republic” eine neue Technologie zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Ein weiteres Start-up namens regenmodule, entstanden in Kooperation mit der HU Berlin, zeigte innovative Stadtmöbel. Diese haben einen integrierten Regenwasserspeicher, die den Niederschlag von umliegenden Dächern sammeln und für die Bewässerung des Stadtgrüns nutzen.  

Sustainable Smart City Berlin 

Der Stadtentwicklungskongress 2026 zeigte, wie wichtig es ist, von internationalen Vorreitern zu lernen. Aber auch Berlin hat einiges zu bieten – so sagt etwa Brain City Botschafter Prof. Dr. Florian Koch: “Berlin ist als tolerante, offene Stadt mit heterogener Bevölkerungsstrukturen auch in Zukunft dafür prädestiniert, unterschiedliche Funktionen auf engem Raum zu verbinden und zu zeigen, wie Urbanität auch in Zeiten von Digitalisierung, Vereinsamung und Ausgrenzung funktionieren kann”, so Prof. Dr. Koch. 

In seinem Forschungsprojekt Sustainable Smart Cities an der HTW Berlin geht es um genau die diskutierten Themen, die eine inter- und transdisziplinäre Perspektive brauchen. Schließlich hängen Mobilität, Energieversorgung, Bau und der Erhalt von Orten zum Arbeiten, Einkaufen, Erholen und Wohnen eng miteinander zusammen. Gebäude, Quartiere und Städte können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden, sondern bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. 

Der Campus der HTW dient als Reallabor für das Projekt: Systeme und soziale Praktiken der Sustainable Smart City der Zukunft lassen sich hier ausprobieren und erfahrbar machen. Dies erleichtert den Dialog und Austausch mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft – unterschiedliche Perspektiven sind dabei garantiert. 

Über Florian Koch:  

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