• Prof. Dr. Sabine Hark, Brain City Berlin, TU Berlin

    Prof. Dr. Sabine Hark, Technische Universität Berlin

Seit April 2009 leitet die Soziologin Prof. Dr. Sabine Hark das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin). Im Fokus ihrer Forschung stehen die Auswirkungen gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und technologischer Transformationsprozesse auf das Geschlecht.   

„Berlin hat bundesweit eine einmalige wissenschaftliche Landschaft – inhaltlich, disziplinär und  institutionell. Auch in der Geschlechterforschung ist die Stadt sehr gut aufgestellt, mit unterschiedlichen Profilen an den Universitäten und vielen Hochschulen“, sagt Prof. Dr. Sabine Hark. Die Soziologin lebt bereits seit den späten 1980er-Jahren in Berlin. Nach dem Magisterstudium der Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte und Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einem ergänzenden Diplom in Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, kam sie für ihre Promotion an die Freie Universität Berlin (FU Berlin). Anschließend habilitierte sie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. Seit 2009 ist Sabine Hark Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin). Von der Stadt ist sie nach wie vor begeistert: „Berlin ist mein Zuhause. Ich kann mir keinen anderen Ort mehr denken, an dem ich lieber leben würde.“

Bereits seit ihrem Studium interessiert sich Sabine Hark für Geschlechterforschung. „Entgegen der alltäglichen Erfahrung, dass Geschlecht ‚natürlich’ gegeben ist, verstehen wir in den Gender Studies Geschlecht als historisch geworden. Am ZIFG begreifen wir Geschlechterforschung daher als Kritische Ontologie (Lehre vom Seienden, Anm. d. Red.) der Gegenwart.“ In diesem Rahmen beschäftigt sie sich mit ihrem Team besonders mit gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Transformationsprozessen im Dreieck von Macht, Wissen und Subjekt. 

Berlin hat bundesweit eine einmalige wissenschaftliche Landschaft – inhaltlich, disziplinär und  institutionell. Auch in der Geschlechterforschung ist die Stadt sehr gut aufgestellt.

„Aus der Perspektive einer kritischen Ontologie heraus fragen wir danach, wie etwas geworden ist und betrachten die Geschichte gesellschaftlicher Verhältnisse. Wir gehen dabei von dem Grundsatz aus, dass die Dinge in der Welt nicht einfach vorliegen, sondern vielmehr das Ergebnis von Praktiken und Prozessen sind, die ihrerseits bestimmten diskursiven und materiellen Bedingungen unterliegen“, so Sabine Hark.  „Die Frage, was wir wissen können sowie die Fragen, wer wir sein und werden können und wie wir unser Zusammenleben einrichten, versuchen wir von der Geschichte dieser Bedingungen her zu beantworten.“ 

Einen Schwerpunkt in der Forschung am ZIFG und damit auch in der Arbeit von Sabine Hark nehmen Transformationen ein, die durch Wissenschaft und Technik induziert werden und das Selbstverständnis der Menschen ebenso wie das soziale Zusammenleben und die gesellschaftlichen Naturverhältnisse berühren. Weitere Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Themen wie Wissenschaftssoziologie und Hochschulforschung, Gender Policies, Feministische Erkenntnistheorie und -kritik sowie Queer Theorie.

Die Brain City Berlin bietet Sabine Hark als Wissenschaftlerin heute viele Vorteile: Wir sind hier sehr gut vernetzt mit der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg). Wir haben kurze Wege und es gibt kaum ein Themenfeld, für das ich in Berlin nicht die entsprechenden Partner*innen finde“, erläutert sie. Berlin sei außerdem für Kolleg*innen aus dem Ausland in Deutschland „der Anlaufpunkt schlechthin“. „Deshalb ist auch der internationale Austausch hier so einfach wie wohl nirgendwo sonst in der Republik realisierbar.“ (vdo)

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