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© Mustafa Demirbuga
15.04.2026Mustafa Demirbuga, University of Illinois at Chicago
Mustafa Demirbuga ist Chemiedidaktik-Forscher, ausgebildet in Berlin. Heute erforscht er als Doktorand an der University of Illinois in Chicago, wie wissenschaftliche Fortschritte am besten an Studierende vermittelt werden können und bleibt der Brain City Berlin nach wie vor verbunden. Seine Forschung ist eine Bereicherung für den Chemielehrplan überall.
„Meine Forschung zielt darauf ab, den Chemielehrplan zu bereichern, indem innovative wissenschaftliche Erkenntnisse in das Labor integriert und dort so weiterentwickelt werden, dass sie das Lernen und die Motivation der Studierenden fördern“, so Mustafa Demirbuga. Er möchte Fortschritte in Wissenschaft und Technologie in universitäre Lernumgebungen einbringen. Sein repräsentatives Beispiel ist dabei der Einsatz von Fluoreszenz in der Laborpraxis.
Die Chemie als submikroskopische Wissenschaft ist oft nicht mit dem bloßen Auge wahrzunehmen, was Lernenden das Verständnis erschweren kann. „Meine Forschung unterstützt Studierende dabei, beobachtbare Phänomene mit submikroskopischen Erklärungen zu verbinden“, erklärt Mustafa Demirbuga. Dies sei besonders für konkrete didaktische Gestaltungsstrategien hilfreich, um die aktive Auseinandersetzung mit Experimenten zu fördern, die Beteiligung an wissenschaftlichen Praktiken zu stärken und sowohl das evidenzbasierte Lernen als auch das Denken auf molekularer Ebene zu vertiefen.
Die Chemiedidaktik ist an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Bildung angesiedelt, was zu vielen übergeordneten Forschungsfragen führt. „Was bedeutet es eigentlich, Chemie zu lernen?“, fragt Mustafa Demirbuga in seiner Forschung. Die Antwort: Es geht nicht nur um den Erwerb von Faktenwissen und algorithmischen Problemlösefähigkeiten, sondern vielmehr um ein vertieftes konzeptuelles Verständnis chemischer Prinzipien, Darstellungen und Denkweisen.
„Besonders schätze ich an meinem Fachgebiet, dass ich einen wertvollen Beitrag leisten und Lehrpraxis an Hochschulen unmittelbar mitgestalten kann.“
Während seines Lehramtsstudiums an der Humboldt-Universität zu Berlin mit den Fächern Chemie und Geschichte vertiefte Mustafa Demirbuga an der Professional School of Education seine pädagogischen Ansätze. Er befindet sich nach wie vor in engem Kontakt mit der Humboldt-Universität: „Wir unterstützen unsere Forschung durch akademischen Austausch und Rückmeldungen zu unserer aktuellen Arbeit“.
Für die Wahl der Brain City Berlin war ihm nicht nur der Ruf der Universität wichtig, sondern auch das Umfeld einer Großstadt: „Ich war überzeugt, dass große Städte auch große Möglichkeiten bieten, sei es akademisch, beruflich oder persönlich. Berlin mit seiner vielfältigen Hochschullandschaft und seinem dynamischen Umfeld bestätigte diese Überzeugung immer wieder.“
Seine Zeit in der Brain City Berlin hat den Chemiedoktoranden sowohl persönlich als auch akademisch geprägt: „Die Diversität der Menschen bei der Arbeit und beim Studium bereichert den Austausch und trägt zur Forschung bei. Verschiedene Sichtweisen eröffnen neue Perspektiven und fördern innovative Ansätze.“
„Die internationalen Verbindungen und Kooperationen der Berliner Universitäten, durch die sich für mich unter anderem die Möglichkeit eines Auslandssemesters an der Universität Zürich ergeben hat, waren besonders bereichernd für mich. Berlin als „Brain City“ schätzt die Vielfalt und ermöglicht es, sich zu entfalten und seinen Traum zu leben.“
Er beschreibt die Stadt vor seinem chemischen Hintergrund wie folgt: „Der Wissenschaftsstandort Berlin ist ein Katalysator in einem komplexen Reaktionssystem, der die Aktivierungsenergie für neue Ideen senkt und so kontinuierlich wissenschaftliche Durchbrüche ermöglicht.“ Berlin sei eine Stadt voller Möglichkeiten, aber auch Dynamik und Gegensätze. Sein wichtigster Tipp für neue Wissenschaftler*innen in der Brain City: „Seien Sie neugierig und bereit, sich auf Neues einzulassen. Die Stadt stellt sich nicht vor – sie wirft einen einfach hinein, wie in Alice im Wunderland. Genau darin liegt aber auch ihre besondere Stärke: Wer bereit ist, sich auf diese Vielfalt einzulassen, kann hier fachlich wie persönlich enorm wachsen.“ Außerdem empfiehlt er, früh Netzwerke aufzubauen, den interdisziplinären Austausch zu suchen und die zahlreichen wissenschaftlichen und kulturellen Angebote der Stadt aktiv zu nutzen.
„Berlin lebt von Begegnungen, Kooperationen und neuen Perspektiven. Wer Initiative zeigt und offen auf andere zugeht, kann hier sehr schnell wertvolle Kontakte knüpfen und inspirierende Wege für die eigene wissenschaftliche Entwicklung finden.“
Inzwischen arbeitet Mustafa Demirbuga mit internationalen Wissenschaftler*innen an Projekten zusammen, die weit über US-Institute hinausgehen. Was bleibt, ist die Freude, im Ausland auf andere deutschsprachige Wissenschaftler*innen zu treffen, etwa beim American Chemical Society Meeting. Für die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Berlin wünscht er sich eine stärke Kooperation mit US-Instituten: „Ein intensiverer transatlantischer Austausch in Forschung und Lehre könnte neue Impulse setzen, gemeinsame Projekte fördern und den internationalen Wissenstransfer beschleunigen.“ Es sieht ganz danach aus, als würde Mustafa Demirbuga bereits voller Engagement zu diesem Ziel beitragen.