• Brain City Berlin

10.07.2019 | Die Hauptstadt besetzt fast die Hälfte der Professuren mit Wissenschaftlerinnen: 48 Prozent der im ersten Halbjahr 2019 von Berliner Hochschulen erteilten Rufe auf Professuren gingen an Frauen. Die Brain City Berlin liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Bunt weht die Regenbogenflagge vor dem Berliner Rathaus. Bis zum Christopher-Street-Parade, am 27. Juli 2019, soll sie dort im Wind flattern – als Symbol für Vielfalt, Gleichstellung, Akzeptanz und Toleranz. Dass diese Worte in der Hauptstadt in der Brain City Berlin auch gelebt werden, belegt eine aktuelle Zahl: Insgesamt 55 Wissenschaftlerinnen bewarben sich in diesem Jahr erfolgreich um eine Professur in Berlin. Das ist fast die Hälfte (48 Prozent) der im ersten Halbjahr 2019 von den insgesamt 115 staatlichen Berliner Hochschulen erteilten Rufe, wie die Berliner Senatskanzlei am Montag mitteilte.

Berlin setzt damit eine positive Entwicklung fort und nimmt zugleich eine Vorreiterrolle in Sachen Gleichstellung ein. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug der Frauenanteil an allen Professuren in Deutschland 2017 lediglich 24 Prozent. In Berlin lag er damals bei 32 Prozent, 2016 waren es lediglich 29 Prozent.
 
Die Stadt werde für herausragende Forscherinnen immer attraktiver, sagte Michael Müller, Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator von Berlin. Gleichzeitig betonte er: „Solange es keine Selbstverständlichkeit ist, dass Frauen genauso oft auf Professuren oder Leitungspositionen in der Wissenschaft zu finden sind wie Männer, solange sind wir ganz offensichtlich noch nicht am Ziel angekommen.“   

Übrigens: Ruferteilung und Rufannahmen für Professuren erfolgen häufig zeitversetzt. Sie müssen nicht zwangsläufig in dasselbe Jahr fallen. Ende Juni 2019 lag der Anteil Rufannahmen von Wissenschaftlerinnen auf Berliner Professuren daher noch bei lediglich 43 Prozent. (vdo)

55 Ruferteilungen an Wissenschaftlerinnen für Professuren an Berliner staatliche Hochschulen* (1. Halbjahr 2019)

  • 8 Geisteswissenschaften
  • 21 Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • 7 Mathematik und Naturwissenschaften
  • 6 Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften
  • 3 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin
  • 7 in den Ingenieurwissenschaften
  • 3 Kunst und Kunstwissenschaften

*Quelle: Pressemitteilung Berliner Senatskanzlei, 8.7.2019