• Bain City Berlin,  Notebook in Berliner Start-up

    Hochschul-Start-ups stärken Berliner Wirtschaft

Gründungen aus Berliner Hochschulen heraus haben eine große Bedeutung für die Wirtschaft in der Region. Wie die hochschulübergreifende „Gründungsumfrage 2020“ ergab, erzielten wissenschaftliche Start-ups in der Brain City Berlin im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 8,4 Milliarden Euro.

Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft ist eine wichtige Triebfeder für Innovationen. Und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Besonders gut zeigt sich das bei Hochschulausgründungen. Wie aus der aktuellen „Gründungsumfrage 2020“ hervorgeht, schufen Start-ups, die aus einer Berliner Hochschule heraus entstanden sind, im vergangenen Jahr mehr als 62.000 neue Jobs. Und sie erwirtschafteten einen Umsatz von 8,43 Milliarden Euro. Bezogen auf den Umsatz bedeutet das eine Vervierfachung des Betrages, den das Land 2019 in die Berliner Hochschulen investierte. Der Hochschuletat im Berliner Haushalt lag im vergangenen Jahr bei rund 1,9 Milliarden Euro. Fast zwei Drittel der erfassten Gründungen bieten wissensintensive Beratung und kreative sowie IKT-Dienstleistungen an. 15 Prozent der beteiligten Unternehmen sind im KI-Bereich angesiedelt.

„Jeder in Wissenschaft und Forschung investierte Euro ist gut für ganz Berlin“, bekräftigte denn auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. „Unsere Hochschulen haben sich zu richtigen Ideenschmieden entwickelt, mit kreativen Köpfen aus der ganzen Welt. Sie erzeugen ein Innovationsumfeld, das zahlreiche Start-ups hervorbringt und auch auf etablierte Unternehmen eine regelrechte Sogwirkung entfaltet. Das ist wichtig für neue Arbeitsplätze und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in unserer Stadt.“ Und auch Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop betonte, dass die  Hochschulen inzwischen eine bedeutende Rolle in der Start-up-Hauptstadt Berlin einnehmen: „Die Gründungsförderung an Hochschulen bringt innovative und nachhaltige Effekte für die Metropolregion Berlin.“ 

10 Berliner Hochschulen beteiligt

An der hochschulübergreifenden Erhebung beteiligten sich 750 Start-ups. 5.120 Unternehmen und Selbstständige wurden erreicht. Zehn Hochschulen aus Berlin und Brandenburg machten bei der Befragung mit, die zum insgesamt dritten Mal durchgeführt wurde: die Beuth Hochschule für Technik Berlin, die Fachhochschule Potsdam, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin), die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin), die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Freie Universität Berlin (FU Berlin), die Universität der Künste Berlin (UdK Berlin), die Universität Potsdam, die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie die Technische Universität Berlin (TU Berlin). Koordiniert wurde die Erhebung und Auswertung am Centre for Entrepreneurship der TU Berlin. Die Erhebung fand vor Ausbruch der Corona-Pandemie statt und bezieht sich auf Unternehmenszahlen aus dem Jahr 2019.

Weitere Ergebnisse der Gründungsumfrage 2020

  • Internationalisierung: Auch wenn der Großteil (80 Prozent) der befragten Unternehmen in Berlin-Brandenburg gründet wurde und nach wie vor hier ansässig ist, sind viele international ausgerichtet: 29 Prozent der an der Studie beteiligten Start-ups erzielen ihren Umsatz im europäischen Markt, insbesondere in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). Außerhalb von Europa sind vor allem Nordamerika und Asien wichtige Absatzmärkte.
  • Förderung: 49 Prozent der teilnehmenden Unternehmen wurden in der Gründungsphase durch die Hochschulen unterstützt. 41 Prozent erhielten Fördermittel. Vom Bundeswirtschaftsministerium (insbesondere EXIST-Gründerstipendium), von der  Investitionsbank Berlin Brandenburg, vom Land Berlin (Berliner Startup Stipendium) sowie von der Agentur für Arbeit.
  • Finanzierung: Fast ein Viertel der Unternehmen gab an, Beteiligungskapital genutzt zu haben. Durchschnittlich nahmen die Start-ups 250.000 Euro bis 2 Mio. Euro auf. Die Mittel stammten von Business Angeln, unabhängigen Venture Capital Gesellschaften und sonstigen privaten Investoren.
  • Hochschulinkubatoren: 96 Prozent der von den Hochschulen unterstützte Start-ups stuften die genutzten Förderprogramme als „sehr bedeutend“ bzw. „bedeutsam“ für ihre Gründung waren. Für 87 Prozent spielte die Möglichkeit, Räumlichkeiten, Laboren und Prototypenwerkstätten nutzen zu können, eine wesentliche Rolle bei der  Gründung. 
  • Verbindung zur Hochschule: 70 Prozent der gegründeten Unternehmen pflegen weiterhin Kontakt zu ihrer Alma Mater oder kooperieren mit dieser. 
  • Wissen weitergeben: 76 Prozent der befragten Start-ups möchten der jungen Gründer*innengeneration mit ihren Erfahrungen helfen (z.B. durch Mentoring, Unterstützung bei der Geschäftsmodellentwicklung oder als Investor*in).  (vdo)

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