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Noch bis zum 4. August: Fledermaus-Hauptstadt sucht Hobbyforscher

01.08.2019 | Ob Großes Mausohr, Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus oder Großer Abendsegler – Fledermäuse fühlen sich in Berlin besonders wohl. Von 25 in Deutschland vorkommenden Arten flattern 18 durch die Hauptstadt. Um herauszufinden, warum so viele Fledermäuse in der Stadt leben und wo genau sie nachts unterwegs sind, hat das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in diesem Jahr ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt gestartet, das jetzt in die zweite Runde geht. Wer mitmachen möchte, kann sich noch bis zum 4. August 2019 bewerben. 

In der sommerlichen Abenddämmerung kann man sie in Berlin an vielen Orten beobachten: Fledermäuse lieben Mauernischen, alte Straßenbäume, Parks, Wiesen und Gewässer. Denn hier können sie sich nicht nur gut verstecken, sondern auch Insekten-Nahrung finden. Berlin mit seinen vielen Altbauten, Grünflächen, Seen und Flüssen ist daher ein beliebter Lebensraum für diese kleinen, nachtaktiven Lebewesen, die mit den Ohren „sehen“ und mit den Händen fliegen: Von 25 in Deutschland vorkommenden Arten flattern 18 durch die Hauptstadt.

Wo genau welche Fledermäuse nachts in Berlin unterwegs sind – das will das Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) jetzt über ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt herausfinden. Im Mai startete die erste Feldphase von Fledermausforscher in Berlin, im August beginnt die zweite. Fledermausfans, die als „Bürgerwissenschaftler*innen“ teilnehmen möchten, können sich noch bis zum 4. August für eine Teilnahme bewerben. „Wir hoffen, dass auch in der zweiten Runde viele fledermausbegeisterte Berlinerinnen und Berliner mitmachen. Für uns ist der Vergleich von Erhebungen aus unterschiedlichen Jahreszeiten interessant – so ist zum Beispiel im August und September die Balz- und Migrationszeit der Fledermäuse“, so Projektleiterin Miriam Brandt.

Über wissenschaftliches Arbeiten und das Leben von Fledermäusen

Im Rahmen von „Fledermausforscher in Berlin“ lernen die Teilnehmer*innen viel über das Leben von Fledermäusen. Sie werden selbst zu Forscher*innen und erhalten Einblicke in den wissenschaftlichen Prozess – von der Datensammlung bis hin zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse. Um die Ultraschallrufe der geflügelten Säugetiere auf ihren nächtlichen Streifzügen aufzeichnen zu können, erhalten sämtliche der Hobby-Forscher*innen Fledermaus-Detektoren

Eindrucksvoll waren bereits die Ergebnisse der ersten Runde: Mehr als 143.000 Rufe wurden von Berliner Bürgerforscher*innen aufgenommen. Darunter waren Rufe von 5 sicher bestimmbaren Arten. 11 weitere aufgenommene Arten wurden in akustische Gruppen eingeteilt, da sie sich anhand der Rufe nicht klar unterscheiden ließen. Insgesamt zeigten die Aufnahmen eine eindrucksvolle Artenvielfalt.    

„Fledermausforscher in Berlin“ ist Teil des größer angelegten bürgerwissenschaftlichen Verbund-Projekts „WTimpact“, welches das Leibniz-IZW seit Herbst 2018 in Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Institutionen durchführt, um Umwelt-Daten zu erheben. Bürgerwissenschaft, auch Citizen Science (CS) genannt, soll Wissenschaftler*innen dabei unterstützen, Daten und Informationen zu gewinnen. Die Teilnehmer*innen wiederum erhalten einen Einblick in das jeweilige Forschungsfeld und wissenschaftliches Arbeiten.

Berlinerinnen und Berliner, die Fledermausforscher*innen werden möchten, sollten in der Lage sein, eine Strecke von 2 bis 3 Kilometern zurückzulegen. Bewerbungsschluss ist der 4. August 2019. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 60 begrenzt. (vdo)