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Herzlichen Glückwunsch: „Berlin University Alliance erhält Exzellenzförderung

19.07.2019 | Gemeinsam ist man stärker. Und auch erfolgreicher. Als Berlin University Alliance bewarben sich die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin um den Titel der Exzellenzuniversität. Heute fiel die Entscheidung: Ein internationales Expertengremium kürte den Berliner Universitätsverbund für eine Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie (ExStra) von Bund und Ländern. Für die Brain City Berlin eine großartige Nachricht!

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

„Die Universitäten und Hochschulen sind starke Motoren des Wirtschaftsstandorts Berlin.“

Insgesamt 17 Universitäten und zwei Universitätsverbünde bewarben sich Ende 2018 um den bundesweit im Rahmen der Exzellenzstrategie (ExStra) ausgeschriebenen Titel Exzellenzuniversität. Nur elf konnten gewinnen. Heute wurden die Namen der von einem internationalen Expertengremium ausgewählten Titelträgerinnen offiziell bekanntgegeben. Mit dabei die „Berlin University Alliance“. Der Zusammenschluss der Technischen Universität Berlin, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin zu einem Verbund ist etwas Besonderes, denn der Kooperationsgedanke ist zugleich typisch für die weltoffene Brain City Berlin.

Bereits heute besitzt Berlin als Wissenschaftsstandort internationale Strahlkraft. Spitzenforscher und Top-Talente aus der ganzen Welt zieht es in die Hauptstadt. Hier können sie sich frei und auf hohem Niveau zu den drängenden Themen unserer Zeit austauschen und innovativ daran arbeiten, wichtige neue Forschungsbereiche interdisziplinär zu erschließen. Kurz: Die Auszeichnung der Berlin University Alliance mit dem Exzellenz-Titel ist zugleich eine Auszeichnung für die gesamte Berliner Spitzenforschung. Auch die Berliner Wirtschaft wird davon enorm profitieren. Wir gratulieren! 

Interview

3 Fragen an Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH

 

1. Herr Dr. Franzke, der Berliner Universitäts-Verbund „Berlin University Alliance“ ist im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder für eine Förderung ausgewählt worden. Wofür spricht das?

Zunächst einmal gratuliere ich den an der Berlin University Alliance beteiligten Universitäten, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin ganz herzlich zu ihrem verdienten Erfolg. Dass der Berliner Universitäts-Verbund im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder für eine Förderung ausgewählt wurde, spricht für die wissenschaftlichen Spitzenleistungen, die in der Hauptstadt täglich erbracht werden.

Die Förderung im Rahmen der Exzellenzstrategie macht Berliner Spitzenforschung nach außen hin sichtbar. Sie unterstreicht außerdem die hohe Qualität der Forschung am Wissenschaftsstandort Berlin.

 

2. Welche Bedeutung haben die Universitäten für den Wirtschaftsstandort Berlin?

Die Universitäten und Hochschulen sind starke Motoren des Wirtschaftsstandorts Berlin. Der Wissens- und Innovationstransfer zwischen Berliner Unternehmen und Universitäten, der über gemeinsame Projekte entsteht, erhöht die internationale Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Hauptstadt in vielen Bereichen. Das betrifft vor allem zukunftsträchtige Branchen wie Gesundheitswirtschaft und Life Sciences, Energietechnik und Mobilität.

Hinzu kommt die hohe Zahl an innovativen Ausgründungen aus dem universitären Bereich. Auch die vielen Talente, die an den Berliner Universitäten und Hochschulen in einem breiten Spektrum an Fächern bestens ausgebildet werden, tragen mit ihrem Know-how entscheidend zum Erfolg der Berliner Wirtschaft bei.

 

3. Welche Möglichkeiten bietet der Zusammenschluss der Berliner Universitäten zu einer Allianz?

Der Zusammenschluss der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin zu einer Allianz war ein mutiger Schritt: Außer der Berliner Allianz hatte sich bundesweit nur noch ein weiterer Universitätsverbund im Rahmen des Wettbewerbs Exzellenzstrategie beworben. Dass die Berliner Universitäten gut zusammenarbeiten können, haben sie bereits in einer Reihe von Forschungsprojekten erfolgreich bewiesen.

Die Strategie ist damit aufgegangen. In der Umsetzung wird die Allianz interdisziplinäre Projektkooperationen erleichtern und den Weg für neuartige Denkansätze und den Wissenstransfer in Industrie und Gesellschaft freimachen. Gemeinsam werden die beteiligten Wissenschaftler*innen den Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Dieser Ansatz ist nicht nur zeitgemäß, sondern auch charakteristisch für Berlin. Zugleich erleichtert der Zusammenschluss die Integration von Themen aus der Berliner Wissenschaft in das Hauptstadtmarketing.

Der Verbund stärkt so zusätzlich die internationale Strahlkraft der Brain City Berlin.

Was bedeutet der Gewinn des Exzellenz-Titels für die Berlin University Alliance?

Zunächst einmal eine dauerhafte Förderung in Höhe von 15 bis 28 Millionen Euro im Jahr. Insgesamt steht den elf ausgewählten Universitäten eine Summe von jährlich rund 148 Millionen Euro zur Verfügung. Jede Förderung wird zu 25 Prozent vom jeweiligen Bundesland kofinanziert.

Im Vorfeld wurden von der Berlin University Alliance sieben interdisziplinäre Verbundforschungsprojekte als sogenannte Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenzstrategie eingeworben. Dies war zugleich die Voraussetzung, um sich für den Exzellenz-Titel zu bewerben. Die aktuell bewilligte Förderung wird der bereichsübergreifenden Forschung der drei beteiligten Universitäten qualitativ einen weiteren Schub verleihen und neue Projekte beflügeln. Ein Beispiel ist das gerade ins Leben gerufene Zentrum für Klimaforschung. In diesem will die Berlin University Alliance ihre Kompetenzen bündeln, um Lösungsansätze für eine der größten globalen Herausforderungen zu erarbeiten. Dabei steht Vernetzung im Vordergrund.

Die Universitäten führen bereits Gespräche mit Vertreter*innen der Fridays for Future-Bewegung, um über mögliche Formen der Zusammenarbeit nachzudenken. Und auch eine Verknüpfung mit der Scientists for Future-Bewegung steht im Raum. Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, begrüßte das Vorhaben als „hervorragende Initiative, die die Klimaforschung in Berlin auf ein neues Level heben wird“ und betonte: „Unsere Universitäten zeigen damit wiederholt, wie groß das Potenzial ist, das sie durch eine kluge Kooperation entfachen können.“

Die Exzellenz-Förderung des Verbunds, die Anfang November 2019 beginnen soll, wird der gesamten Berliner Spitzenforschung Chancen eröffnen. Denn sie bringt weitere Stellen, bessere Laborausstattungen und eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Darüber hinaus wird sie frische Energien freisetzen. (vdo)