• Corona-Virus – Was passiert in der Brain City Berlin?

Momentan befinden sich die Berliner Universitäten und Hochschulen im Notbetrieb. Gleiches gilt für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Stadt. Lediglich Corona-relevante Forschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum läuft weiter. Die vielen hochkarätigen Expert*innen der Brain City Berlin leisten allerdings weiterhin wichtige Arbeit: Sie forschen, informieren, klären auf und stehen Politik und Gesellschaft beratend zur Seite. Wo finden Sie welche Informationen? Und welche Maßnahmen umfasst der aktuelle Senatsbeschluss? Hier eine Übersicht.

„Es bewegt sich viel und ändert sich täglich. Manchmal überholen sich die Ereignisse und mühsam errungene Entscheidungen werden am nächsten Tag wieder eingeholt. Wir tun das mit klarem Sachverstand. Wir werden Sie so schnell wie möglich und so rasch wie es eben geht ins Bild setzen“, so Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst. In einem Dankesvideo wendet sich die Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin aktuell an die Belegschaft und die Studierenden der Hochschule, um Verunsicherung abzubauen und Zuversicht zu vermitteln. TU Berlin-Präsident Prof Dr. Christian Thomsen bereitete die Universitäts-Angehörigen schon am 16. März in einer Videoansprache auf den bereits absehbaren Notbetrieb vor. Nun ist der da.

Seit 20. März sind Forschung, Lehre und auch der Verwaltungsbetrieb an den Berliner Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bis auf weiteres auf Minimalbetrieb heruntergefahren, um die Ausbreitung des Corona-Virus auch in der Berliner Wissenschaft einzudämmen. Darauf verständigte sich am 18. März die COVID19-Taskforce der Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung unter Beteiligung der Berliner Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Bereits am 13. März hatte die Taskforce vereinbart, dass die Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen der Stadt alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um den geordneten Übergang in den Präsenznotbetrieb vorzubereiten. Und zwei Tage zuvor wurden auf Beschluss des Senats sämtliche wissenschaftlichen Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen bis zum 20. Juli 2020 abgesagt.

Präsenznotbetrieb: folgende Maßnahmen hat die Senatskanzlei am 18. März 2020 kommuniziert:

  • Der Betrieb an den Berliner Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist seit Freitag, den 20. März 2020 bis auf weiteres auf einen Minimalbetrieb beschränkt. Die einzelnen Einrichtungen legen jeweils individuell und nach Maßgabe der Pandemiepläne fest, welche Personen zur Aufrechterhaltung des Präsenznotbetriebes vor Ort erforderlich sind.
  • Bis auf weiteres werden keine Präsenzprüfungen durchgeführt. Die Prüfungen werden in alternativer Form und/oder zu einem späteren Termin abgehalten. Vorgaben zur Durchführung von Staatsexamina werden von den jeweiligen Prüfungsämtern erlassen und mitgeteilt.
  • Die Abgabefristen für Abschlussarbeiten im Rahmen von Bachelor-, Master- und Diplomstudiengängenwerden bis zur Wiederaufnahme eines regulären Studienbetriebes (mindestens aber bis zum 11. Mai 2020) „gehemmt“. Das bedeutet konkret: Die Abgabefristen laufen derzeit nicht weiter. Studierenden können mit Wiederaufnahme eines regulären Studienbetriebes – der auch die Wiederöffnung der Bibliotheken und PC-Pools umfasst – den vollen Rest der Abgabefrist ausschöpfen. Ihnen entstehen somit keine Nachteile.
  • Update: Die Berliner Hochschulen starten ab dem 20. April in eine digitale Vorlesungszeit Darauf verständigten sich die Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung und die staatlichen, konfessionellen und privaten Hochschulen am 3. April 2020. Zielsetzung ist es, Studierenden in Berlin ein möglichst breites Spektrum an digitalen Lehr-, Lern- und Prüfungsangeboten zur Verfügung zu stellen. Das Berliner Sommersemester 2020 soll angesichts der Corona-Pandemie von Flexibilität, Rücksicht und Verlässlichkeit geprägt sein. Der Senat unterstützt die Bemühungen der staatlichen Hochschulen mit dem VirtualCampusBerlin-Sofortprogramm in Höhe 10 Millionen Euro. Darüber hinaus stellt er weitere Mittel bereit, um die Schulungsangebote für digitale Lehre am Berliner Zentrum für Hochschullehre mehr als 1.000 Lehrenden in der Stadt zugänglich zu machen.

Corona-Maßnahmen an Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen:

Informationen und Aktionen der Berliner Wissenschaft zum Corina-Virus:

Projekte im Zusammenhang mit Corona-Forschung laufen weiter: Berliner Wissenschaftseinrichtungen erbringen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Corona-Virus. Daher sind Conrona-relevante Projekte der Charité – Universitätsmedizin Berlin und am Max-Delbrück-Centrum (MDC) von dieser Regelung ausgenommen.

Darüber hinaus leisten die Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Einrichtungen in der Brain City wichtige Aufklärungsarbeit. Expert*innen informieren die Öffentlichkeit und stehen Politik und Gesellschaft beratend zur Seite, um der Verbreitung des Corona-Pandemie entgegenzuwirken.

  • Die Charité – Universitätsmedizin Berlin forscht weiter daran, das Virus zu bekämpfen. Auf ihrer Schwerpunktseite findet sich Aktuelles zum Thema Corona.
  • Auch das Max-Delbrück-Centrum (MDC) läuft im Notbetrieb. Die Corona-Forschung wird allerdings intensiviert.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie momentan wohl die meistzitierte Forschungseinrichtung Deutschlands. Das RKI informiert u.a. über Fallzahlen und Risikogebiete und gibt aktuelle Risikobewertungen heraus. 
  • Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft? Der Expertendienst Corona der Freien Universität Berlin (FU) vermittelt Ansprechpartner*innen zu nicht medizinischen Themen.
  • Die Ausbreitung des Corona-Virus wirft viele Fragen auf. Brain City-Botschafter Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, beantwortet sie in seinem Corona-Podcast auf NDR Info und gibt darin zugleich ein tägliches Update zur Situation. 
  • Spezifische Handlungsempfehlungen und Informationen zum Corona-Virus bietet die CovApp der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Online kann ein Fragebogen ausgefüllt werden. Einzelne sollen damit selbst besser einschätzen können, ob ein Arztbesuch oder Corona-Virus-Test notwendig ist.
  • Forscher*innen, die Corona-relevante Forschungsergebnisse und Beiträge noch nicht publiziert haben, ruft die TU Berlin dazu auf, sie unter openaccess@ub.tu-berlin.de einzusenden und frei zur Verfügung zur stellen.

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