• Bis zum 8. März bewerben: Fledermaus-Hauptstadt sucht Hobbyforscher

Ob Großes Mausohr, Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus oder Großer Abendsegler – Fledermäuse fühlen sich in Berlin besonders wohl. Von 25 in Deutschland vorkommenden Arten flattern 18 durch die Hauptstadt. Um herauszufinden, warum so viele Fledermäuse in der Stadt leben und wo genau sie nachts unterwegs sind, hat das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) im vergangenen Jahr ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt gestartet, das jetzt in die dritte und finale Runde geht. Wer mitmachen möchte, kann sich noch bis zum 8. März 2020 bewerben. 

In der sommerlichen Abenddämmerung kann man sie in Berlin an vielen Orten beobachten: Fledermäuse lieben Mauernischen, alte Straßenbäume, Parks, Wiesen und Gewässer. Denn hier können sie sich nicht nur gut verstecken, sondern auch Insekten-Nahrung finden. Berlin mit seinen vielen Altbauten, Grünflächen, Seen und Flüssen ist daher ein beliebter Lebensraum für diese kleinen, nachtaktiven Lebewesen, die mit den Ohren „sehen“ und mit den Händen fliegen: Von 25 in Deutschland vorkommenden Arten flattern 18 durch die Hauptstadt.

Wo genau welche Fledermäuse nachts in Berlin unterwegs sind – das will das Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) jetzt über ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt herausfinden. Direkt nach den Osterferien, am 20. April 2002, startete die insgesamt dritte  Feldphase von „Fledermausforscher in Berlin“. Die erste begann im Mai 2019. Fledermausfans, die als „Bürgerwissenschaftler*innen“ teilnehmen möchten, können sich noch bis zum 8. März für eine Teilnahme bewerben. „Wir hoffen, dass auch in der dritten Runde viele fledermausbegeisterte Berlinerinnen und Berliner mitmachen. Perspektivisch wäre es spannend zu untersuchen, wie sich die Fledermausfauna in der Stadt über die Jahre hinweg verändert“, so Projektleiterin Miriam Brandt.

Über wissenschaftliches Arbeiten und das Leben von Fledermäusen

Im Rahmen von „Fledermausforscher in Berlin“ lernen die Teilnehmer*innen viel über das Leben von Fledermäusen. Sie werden selbst zu Forscher*innen underhalten Einblicke in den wissenschaftlichen Prozess – von der Datensammlung bis hin zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse. Um die Ultraschallrufe der geflügelten Säugetiere auf ihren nächtlichen Streifzügen aufzeichnen zu können, erhalten sämtliche der Hobby-Forscher*innen Fledermaus-Detektoren. 

Eindrucksvoll waren bereits die Ergebnisse der ersten beiden Runden: Mehr als 350.000 Rufe von mehr als fünf Arten wurden von Berliner Bürgerforscher*innen aufgenommen. Darunter war beispielsweise die Rauhautfledermaus, die jedes Jahr zwischen dem Baltikum im Nordosten und Süd-West-Europa hin- und herwandert. Auch die Rufe der Mückenfledermaus ließen sich eindeutig ausmachen. Ihren Namen hat diese nicht von ungefähr: Mit ihren rund 5 Zentimetern Körperlänge und einem Gewicht von vier bis acht Gramm ist sie ein echter Fledermaus-Winzling.

 „Fledermausforscher in Berlin“ ist Teil des größer angelegten bürgerwissenschaftlichen Verbund-Projekts WTimpact, in dessen Rahmen das Leibniz-IZW seit Herbst 2018 beispielsweise auch das Vorkommen von Füchsen und Dachsen im Berlin mithilfe von Wildtierkameras erfasst. Bürgerwissenschaft, auch Citizen Science (CS) genannt, soll Wissenschaftler*innen dabei unterstützen, Daten und Informationen zu gewinnen. Die Teilnehmer*innen wiederum erhalten einen Einblick in das jeweilige Forschungsfeld und wissenschaftliches Arbeiten. Zum Team gehören daher neben Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auch ein Bildungsforscher und eine Sozialpsychologin.

Berlinerinnen und Berliner, die Fledermausforscher*innen werden möchten, sollten in der Lage sein, eine Strecke von 2 bis 3 Kilometern zurückzulegen. Spaß macht die Fledermaus-Forschung auf jeden Fall, wie eine Projektteilnehmerin bestätigt: „Es war faszinierend die Fledermäuse zu hören, wenn sie vorbei flogen. Ohne den Detektor hätte ich die meisten Fledermäuse gar nicht gesehen. Ich überlege, mir jetzt selbst einen Fledermausdetektor zuzulegen.“ 

Bewerbungsschluss ist der 8. März 2020. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 60 begrenzt. (vdo) 

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