• Porträt von Prof. Dr. Anita Traninger, FU Berlin

    Leibniz-Preis für FU-Professorin Dr. Anita Traninger

Die Geisteswissenschaftlerin Prof. Dr. Anita Traninger erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2023. Die Professorin für Romanische Philologie/Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin (FU Berlin) wird für ihre Studien in der frühzeitlichen Romanistik und ihr „bahnbrechendes Verständnis der Rhetorik“ ausgezeichnet. Die Brain City Berlin prägt Anita Traninger unter anderem als Sprecherin des Exzellenzclusters „Temporal Communities. Literatur als Praxis in globaler Perspektive.“

Prof. Dr. Anita Traninger gehört damit zu den zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, denen 2023 der renommierte Leibniz Wissenschaftspreis verliehen wird. Insgesamt gab es in diesem Jahr 131 Vorschläge. Die von der DFG jährlich vergebene Auszeichnung gilt als der wichtigste deutsche wissenschaftliche Förderpreis. Sie ist mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert.

In ihrer Begründung hob die DFG vor allem Anita Traningers innovative Ansätze hervor, die Philologie, Rhetorik, Wissenschaftsgeschichte und Mediengeschichte verbinden, um die Dynamiken des Kultur- und Wissenstransfers in neuer Perspektive zu erschließen. „Insbesondere ihr Verständnis der Rhetorik als historisch variables Ensemble mediengebundener Praktiken ist angesichts der traditionellen, aber noch immer weitverbreiteten Vorstellung der Rhetorik als eines starren Regelwerks bahnbrechend.“ Anita Traninger sei eine der internationalen Schlüsselfiguren der Romanistik. Ihr sei es gelungen, das Fach interdisziplinär neu aufzustellen.

Prof. Dr. Anita Traninger studierte und promovierte in Wien. Nach Berlin wechselte sie 2004. An der FU Berlin arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Romanische Philologie. 2010 habilitierte sie sich dort und erwarb die Lehrerlaubnis (Venia Legendi) für Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft und Romanische Philologie. Seit 2015 ist sie Professorin für Romanische Philologie an der FU Berlin. Anita Traninger ist außerdem Sprecherin des Exzellenzclusters „Temporal Communities. Literatur als Praxis in globaler Perspektive“ und Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Netzwerken und Forschungsverbünden.

Für den Wissenschaftsstandort Berlin ist die Auszeichnung der Geisteswissenschaftlerin bedeutend. „Die von Prof. Dr. Anita Traininger gesetzten Impulse veranschaulichen auf beeindruckende Weise die vielfältigen Facetten des integrierten Forschungsraums Berlin“, so die Berliner Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote. „Dass einer der zehn angesehenen Leibniz-Preise an eine Berliner Wissenschaftlerin geht, macht deutlich: Berlin ist ein Ort, an dem sich originelle, wegweisende Forschung frei und international erfolgreich entfalten kann.“

Der Förderpreis im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG wird jährlich an exzellente Forscherinnen und Forscher vergeben, die in Deutschland arbeiten. Die Preisträgerinnen und Preisträger können die Mittel bis zu sieben Jahre für ihre Forschungsarbeit verwenden. Seit 1986 ging die Auszeichnung an insgesamt 364 Wissenschaftler und 71 Wissenschaftlerinnen. 

Die Leibniz-Preise 2023 werden am 15. März 2023 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen. (vdo)

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