• Prof. Dr. René Sadowski, ISM Berlin

Brain City Berlin-Botschafter Prof. Dr. René Sadowski lehrt und forscht amStrategy, Finance & Innovation Departmentder International School of Management (ISM) Berlin. Seine Themen: Familienunternehmen und Start-ups sowie Nachfolgeprozesse und deren Erfolgsfaktoren. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der zukünftigen Rolle des Human Resources Management in Unternehmen sowie mit der Frage, wie Organisationsstrukturen agiles Wertschöpfen ermöglichen können.

„Berlin ist ein toller Ort, ‚the most sexy capital in Europe’! Ich habe bisher noch niemanden getroffen, der Berlin als Stadt nicht faszinierend fand. Das macht mich, gerade als gebürtiger Berliner, besonders stolz“, sagt Prof. Dr. René Sadowski. Nach Jahren im Ausland zog es den gebürtigen Ostberliner zurück in seine Heimatstadt. Und das nicht nur aus familiären Gründen: „Das Faszinierende am Ausland ist, dass man nach einiger Zeit mit einer neuen Perspektive auf die bestehenden Rahmenbedingungen und Logiken schaut, in denen man sozialisiert wurde“, so der studierte Wirtschaftswissenschaftler. „Einen frischer Blick darauf, wie und warum andere Nationen bei gesellschaftspolitischen Fragestellungen andere Wege gehen, erweitert nicht nur den Erfahrungsschatz. Er führt auch dazu, dass man Dinge in einem anderen Licht bewertet, ja vielleicht auch die Emotion bisheriger Überzeugungen überdenkt.“

Bereits zu Beginn seines Studiums an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar faszinierten René Sadowski Organisationen, die einerseits traditionell robust und andererseits flexibel erfolgreich in sich ändernden Marktbedingungen agieren. „Insbesondere Familienunternehmen scheinen dies in ihrer DNA zu haben. Was macht diese Organisationen aus der unternehmerischen Perspektive so nachhaltig erfolgreich? Diese Fragestellung finde ich faszinierend. Denn gerade diese Unternehmen sind das Rückgrat unser Volkswirtschaft – ein Umstand, um den uns viele Nationen beneiden.“

Die Stadt ist ein Hotspot für neue Talente und Führungspersönlichkeiten etablierter Organisationen, an deren Schnittstellen sich wie an kaum einen anderen Ort in Europa das kreative Potenzial zu Geschäftsideen verwirklichen und mit Blick auf gesellschaftspolitische Fragestellungen entfalten kann.

Auch wenn die Brain City Berlin im Bereich der Entrepreneurship-Forschung inzwischen viele renommierte Institutionen listet – nach Ansicht von René Sadowski hinkt Deutschland international wissenschaftlich noch hinterher. „Über die Gründe und Dynamiken lässt sich trefflich streiten – aber traditionell ist die nordamerikanische Community deutlich dominanter aufgestellt – insbesondere was die Themensetzung angeht. Aber: Lets keep up!“ Berlin bietet dafür  viele Vorteile. Einer davon ist die blühende Gründerszene der Stadt, die auch im Hinblick auf Internationalität ihresgleichen sucht. Chancen eröffnet auch Berlins Status als Metropolenregion. „Die Stadt ist ein Hotspot für neue Talente und Führungspersönlichkeiten etablierter Organisationen, an deren Schnittstellen sich wie an kaum einen anderen Ort in Europa das kreative Potenzial zu Geschäftsideen verwirklichen und mit Blick auf gesellschaftspolitische Fragestellungen entfalten kann.“

Und was rät René Sadowski jungen Nachwuchswissenschaftlern, die eine Karriere in der Berliner Wissenschaft planen? „Ohne Exzellenz, Auslandserfahrung und internationalem Netzwerk ist aus meiner Sicht eine akademische Karriere in meinem Bereich nicht vollstellbar“, so der Entrepreneurship-Experte: „Den primären Fokus der Karriereplanung sollte man jeweils danach ausrichten, wo und an welchen Institutionen die beste Forschung gemacht wird und wie man selbst das Forschungsfeld bereichern kann.“ Sekundär sei die Frage des Ortes. In einem ist sich René Sadowski allerdings ganz sicher: „Wer als Wissenschaftler die drei eben thematisierten Kriterien erfüllt, dem werden sich auch Opportunitäten in der Berliner Wissenschaft auftun.“