• Prof. Dr. Christine Bauhardt, Humboldt-Universität zu Berlin

Brain City Berlin Botschafterin Prof. Dr. Christine Bauhardt leitet das Fachgebiet „Gender und Globalisierung“ an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Forschung betrachtet sie die Bereiche Umweltpolitik, Agrar- und Ernährungspolitik sowie Infrastrukturpolitik aus einer kritischen Geschlechterperspektive heraus.

Berlin ist bereits seit 20 Jahren der Lebensmittelpunkt von Prof. Dr. Christine Bauhardt. „Ich bin wie wahrscheinlich viele über den Beruf nach Berlin gekommen, ich hatte mir die Stadt nicht ausgesucht“, sagt die Wissenschaftlerin, die heute an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin das Fachgebiet „Gender und Globalisierung“ leitet.

1999 war für Christine Bauhardt ein karrierebestimmendes Jahr: Sie wurde an die Technische Universität Berlin eingeladen, um dort das Profil einer Professur für „Frauen- und Geschlechterforschung in der Raum- und Umweltplanung“ zu entwickeln und praktisch zu erproben. „Zuvor hatte ich als Wissenschaftliche Assistentin an der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund gearbeitet.“ Perspektivisch sollte aus ihren Vorschlägen ein entsprechendes Fachgebiet eingerichtet werden. Doch obwohl sie sehr erfolgreich das Konzept für die Professur entwickelte und Inhalte implementierte, scheiterte deren Einrichtung. „Am Sparzwang des Senats“, wie sie heute sagt. „Daraufhin habe ich mich auf meine Habilitation konzentriert und wurde 2005 zu meinem großen Glück auf die Professur ‚Gender und Globalisierung’ an die HU Berlin berufen.“

Berlin braucht kritische Geister, um weiterhin die attraktive und vibrierende Stadt zu bleiben, die sie bislang ist. Die Universität ist nur ein Ort unter vielen, die diese Stadt spannend und interessant macht.

Christine Bauhardts Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Umweltpolitik, Agrar- und Ernährungspolitik sowie Infrastrukturpolitiken – aus einer kritischen Geschlechterperspektive heraus betrachtet. „In den Themenbereich Umweltpolitik fallen auch meine Forschungen zu alternativen Ökonomien. Hier gehe ich von der Analyseperspektive der Care-Ökonomie aus. Also von der Sorge- und Verantwortungsarbeit für Menschen, die noch nicht oder – temporär oder dauerhaft – nicht mehr selbst für sich sorgen können. Care-Aktivitäten finden bezahlt und unbezahlt statt, sind aber ein Kern jeder ökonomischen Organisation von Gesellschaften“, sagt sie. Diese Perspektive nimmt ihr Team am Fachgebiet auch zur Analyse von Agrar- und Ernährungspolitiken ein: Care als Prinzip eines nachhaltigen Ernährungssystems, von der Produktion über den Einkauf bis zur Mahlzeit. „Im Themenfeld Infrastrukturpolitiken interessiere ich mich besonders für Verkehr/Mobilität und Wasser“, so die engagierte Professorin.

In Berlin lebt Christine Bauhardt nach wie vor gern. „Weil es eine Großstadt ist, in der immer noch soziale und kulturelle Heterogenität überwiegt. Das kulturelle Angebot ist vielfältig und für die meisten Menschen und nicht nur für die ökonomische Elite erschwinglich.“ Ein großer Vorteil der Brain City Berlin liege außerdem in der engmaschigen wissenschaftlichen Vernetzung, so Christine Bauhardt. Sie selbst nutzt dieses Netzwerk aktiv. „Aktuell zum Beispiel über die Berlin University Alliance. Im Prinzip kann ja auch die räumliche Nähe zu politischen Entscheidungsträger*innen hier in Berlin eine wichtige Rolle für die Politikberatung spielen. Allerdings nehme ich eine große Distanz zwischen Politik und Wissenschaft wahr.“

Und was rät die Lebenswissenschaftlerin jungen Forscher*innen, die neu nach Berlin kommen? „Auf jeden Fall sollten sie die Chance nutzen, sich intensiv in die städtische Öffentlichkeit einzubringen.Berlin braucht kritische Geister, um weiterhin die attraktive und vibrierende Stadt zu bleiben, die sie bislang ist. Die Universität ist nur ein Ort unter vielen, die diese Stadt spannend und interessant macht.“

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