• Anna Raysyan, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Brain City Berlin-Botschafterin Anna Raysyan forscht als Doktorandin an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Momentan beschäftigt sie sich mit der Bestimmung von Medikamenten in der Muttermilch.

Anna Raysyan ist eine der vielen Berliner „Expats“: Fachkräften und jungen Talenten aus aller Welt, die es in die deutsche Hauptstadt zieht, um hier zu arbeiten, Unternehmen zu gründen oder zu forschen. Rund 16 Prozent aller in Berlin lebenden Wissenschaftler*innen stammen inzwischen aus dem Ausland. Anna wurde in Armenien geboren und zog aus Russland in die Brain City Berlin. „Ich habe am pharmazeutischen Institut der I.M. Sechenov First Moscow State Medical University meinen Abschluss gemacht“, erzählt sie. „Als Teil meiner Ausbildung absolvierte ich außerdem ein internationales Praktikum an der Universität Gent in Belgien. Das Praktikum hat mich zur Promotion inspiriert. Ich habe mich für Berlin entschieden.“

In ihrer Forschung beschäftigt sich die junge PhD-Studentin mit giftiger Materie: Sie interessiert sich für immunanalytische Techniken zur Kontrolle von toxischen Verbindungen in der Umwelt. „Eine wichtige Methode ist zum Beispiel ein Streifentest, der sogenannte Lateral-Flow-Immunoassay. Dieser funktioniert ähnlich wie viele Schwangerschaftstests.“ Die erste Verunreinigung die sie untersuchte, daran erinnert sich Anna Raysyan noch genau, war Bisphenol A (BPA): eine hormonell aktive Verbindung, die aus bestimmten Kunststoffen freigesetzt wird. „Heute verwende ich für die Forschung an meinem Teststreifen die gleiche Technik, mit der jeder Medikamente in der Muttermilch bestimmen kann“, sagt sie und ergänzt: „Ich glaube an eine gesunde Zukunft, in der ein einfacher Test uns helfen wird, die Muttermilch ebenso wie die Umwelt zu schützen. Und diesen Moment der Analyse von der Arztpraxis nach Hause zu verlegen.“

Forscherin in Berlin zu sein, ist unglaublich. Ich bin umgeben von talentierten und motivierten Menschen. Zahlreiche große Namen in der Wissenschaftsgeschichte sind eng mit Berlin verbunden.

In ihrer neuen Heimat Berlin hat sich Anna Raysyan schnell zurechtgefunden. Nur am Anfang war es für sie etwas stressig. „Ich musste mich an die neue Umgebung anpassen. Ich sprach nicht gut Deutsch, aber das war in Berlin kein Problem. Viele Leute sprechen hier Englisch. Und alle sind sehr freundlich. Wenn sie kein Englisch sprechen, versuchen sie eben, dir mit Händen und Füßen weiterzuhelfen.“

Nicht nur als Forscherin ist Anna in Berlin aktiv. 2019 engagierte sie sich als freiwillige Helferin bei der Berlin Science Week. Eine vollkommen neue Erfahrung: „Mir ist einfach klar geworden, dass ich einen Teil meiner Zeit und meiner kreativen Energie in Bereiche und Aufgaben außerhalb meines Berufslebens investieren möchte. Ich möchte mich mit Menschen vernetzen, die gemeinsame Ziele haben und auch neue Freunde gewinnen. Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich mich als ehrenamtliche Helferin für die Berlin Science Week gemeldet habe.“

Das Leben in der Brain City Berlin inspiriert Anna Raysyan nach wie vor: „Forscherin in Berlin zu sein, ist unglaublich. Ich bin umgeben von talentierten und motivierten Menschen. Berlin ist eine sehr internationale und multikulturelle Stadt. Zahlreiche große Namen der Wissenschaftsgeschichte sind eng mit der Stadt verbunden. Das alles hat mich dazu bewegt, Berlin als Ort für meine Doktorarbeit zu wählen. Ich glaube, dass Berlin eine Stadt der Möglichkeiten ist.“