• Andrea Hasznos, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Ihre Leidenschaft für die koptische Sprache führte die Koptologin Andrea Hasznos nach Berlin. Die Brain City-Botschafterin identifiziert und lokalisiert in der Papyrussammlung des Ägyptischen Museums in Berlin-Mitte alte ägyptische – genauer gesagt koptische - Handschriftenfragmente. Sie pflegt und erhält damit kulturelles Erbe.

„Die Aufregung der Entdeckung“ macht für Andrea Hasznos ihre Arbeit besonders spannend. „Und die Tatsache, dass wir kulturelles Erbe pflegen und bewahren. Dass wir es lebendig halten und es Menschen zeigen können, die normalerweise nur mit der ‚modernen Welt’ interagieren.“ Andrea Hasznos stammt aus Budapest. Nach Berlin brachte sie ihre Leidenschaft für die koptische Sprache. „Mir wurde die fantastische Möglichkeit angeboten, für die Papyrussammlung Berlin am Ägyptischen Museum an koptischem Material zu arbeiten. Da konnte ich einfach nicht nein sagen.“

Die unglaublich große und farbenfrohe Museumsszene, die vielen Vernissagen und Finissagen, Konferenzen und Workshops, Vorträge, Debatten und unzählige Projekte machen Berlin zu einem fantastisch lebendigen und produktiven wissenschaftlichen Umfeld.

Besonders gern beschäftigt sich die Ägyptologin mit bisher nicht identifizierten und vernachlässigten Ostraka (Ton- oder Kalksteinscherben) oder Papyri, denn in diesen verstecken sich häufig sehr interessante und wertvolle Texte. „Ich studiere Schriften, die in der letzten Phase der altägyptischen Sprache, also koptisch (ca. 3. bis 11. Jahrhundert n.Chr.) verfasst wurden.“ Derzeit arbeitet Andrea Hasznos in der Papyrussammlung im Ägyptischen Museum in Berlin-Mitte an zwei Projekten. Eines davon heißt „Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland“ und ist ein Projekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. „Wir katalogisieren sämtliche literarischen koptischen Handschriftenfragmente der Sammlung und versuchen, jene zu identifizieren, die sich bisher nicht zuordnen ließen.“ Die Schriften werden anschließend in einer Online-Datenbank katalogisiert und gesammelt. Das zweite Projekt Lokalisierung von 4000 Jahren Kulturgeschichte. Texte und Schriften der Insel Elephantine in Ägypten" wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. „Hier katalogisieren wir das gesamte Schriftgut aus 4.000 Jahren in einer umfassenden Datenbank. Und zwar nicht nur das aus der Berliner Sammlung, sondern aus zahlreichen Museen weltweit.“

Ihre wissenschaftliche Tätigkeit in Berlin fasziniert Andrea Hasznos immer wieder aufs Neue. „Das koptische Material in der Berliner Papyrussammlung ist riesig und es gibt noch viel zu tun. Auch die wissenschaftliche Umgebung ist sehr anregend: Es gibt Tausende von Manuskripten in anderen Sprachen wie Griechisch oder Latein sowie unzählige Objekte und Artefakte.“ Und auch die Stadt selbst bietet der jungen Ägyptologin viel: „Die unglaublich große und farbenfrohe Museumsszene mit permanenten und temporären Ausstellungen, die vielen Vernissagen und Finissagen, Konferenzen und Workshops, Vorträge, Debatten und unzählige Projekte machen Berlin zu einem fantastisch lebendigen und produktiven wissenschaftlichen Umfeld.“