So war es auf der Berlin Science Week 2017

20.12.2017 | Berührungsängste vor der Wissenschaft ablegen auf der Berlin Science Week

Kaum jemand wird abstreiten können, wie wichtig Wissenschaft für unsere Welt ist. Allerdings wird sie in der Öffentlichkeit immer noch nicht ausreichend gewürdigt. Dies soll sich allerdings unter anderem auch dank der Berliner Science Week ändern. Gerade in der heutigen Zeit sieht der Berliner Bürgermeister Michael Müller eine dringende Notwendigkeit für eine solche Veranstaltung: „In Zeiten, in denen Teile der Gesellschaft die Vorbehalte gegen die Wissenschaft schüren und bewusst wissenschaftliche Erkenntnisse diffamieren, um andere politische Ziele zu verfolgen, sind Veranstaltungen wie die Berlin Science Week besonders wichtig.“

Kommunikation zwischen Wissenschaft und Bevölkerung

Zu diesem Zweck ist es allerdings nicht nur essentiell, dass sich Wissenschaftler*innen untereinander austauschen - auch Laien und ein wissenschaftsfremdes Publikum sollte mit eingebunden werden, wie der Koordinator der Berlin Science Week Professor Jürgen Mlynek bestätigt: „Diese Bündelung von Veranstaltungen soll Synergien zwischen den teilnehmenden Institutionen schaffen, aber auch einen Austausch mit einem breiten Publikum fördern.“

Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und einer breiten Bevölkerung muss sich also verbessern und stellt weiterhin eine große Herausforderung dar. Eine Lösung wäre die Simplifizierung von komplizierten Problemen, um Fragestellungen und Forschungsergebnisse auf ein auch für Laien verständliches Level zu bringen, wie es Professor Mazza vom Institute for Mechanical Science der ETH Zürich vorschlägt. Ferner wäre es hilfreich, zu verdeutlichen, welche hilfreichen Erkenntnisse und Lösungen die Wissenschaft für Alltagsprobleme bieten kann.

 

Pop-Up-Ausstellung zur Welt der Quantenmechanik

 

Wie eine solche Vereinfachung aussehen kann, zeigte die kanadische Universität Waterloo und das Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik (PDI): Eine Pop-Up-Ausstellung führte die Besucher*innen auf verständliche Weise in die komplexe Welt der Quantenmechanik ein. Darüber hinaus sollte die Präsentation begreiflicher machen, welche Auswirkungen dieser Wissenschaftszweig auf zukünftige Technologien haben kann.

Zurich Heart - Projekt zum künstlichen Herzen auf der Berlin Science Week

Bei „Zurich Heart“ handelte es sich ebenfalls um ein Projekt, das für viele Menschen interessant sein dürfte: Etwa 20 Forschungsgruppen der ETH Zürich und des Deutschen Herzzentrums arbeiten nämlich an einem vollfunktionstüchtigen künstlichen Herzen, das dem Menschen vollständig implantiert werden kann. Das Forschungsprojekt möchte auf diese Weise gegen die zunehmende Anzahl schwerer Herzversagen kämpfen.

 

Heranführung von Kindern an das Thema Wissenschaft

Das sind nur zwei von vielen spannenden Ausstellungen, Projekten und Events, welche die Berliner Science Week einer großen Besucherschaft bot. Ein weiterer wichtiger Bestandteil in diesem Zusammenhang war aber auch das Thema Bildung: Hierzu veranstaltete das Haus der kleinen Forscher ein Symposium, an dem 100 Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Ländern teilnahmen und über eine frühkindliche Heranführung an die Wissenschaft diskutierten. Ein essentieller Weg, damit auch zukünftige Generationen keine Angst vor diesem Bildungs- und Berufszweig haben und stattdessen in vielerlei Hinsicht davon profitieren können.