Brain City Botschafterin organisiert Falling Walls Lab in Tunis - Interview mit Dr. Sana Amairi Pyka

Die Falling Walls Foundation wird am 9. November 2018 die renommierte Falling Walls Conference veranstalten. Ein Teilnehmer wird die Brain City Botschafterin Dr. Sana Amairi Pyka sein, die das Falling Walls Lab  2018 in Tunis organisiert hat.

Mit Brain City Berlin spricht die Forscherin der Humboldt-Universität zu Berlin über die Repräsentation Berlins bei einer internationalen Wissenschaftsveranstaltung.

Brain City Berlin: Dr. Pyka, wie kam es dazu, dass Sie das Falling Walls Lab 2018 in Tunis organisiert haben?

Dr. Sana Amairi Pyka: Im September 2017 habe ich bei der Organisation des Falling Walls Lab Adlershof mitgewirkt. Während dieser erfolgreichen und sehr inspirierenden Veranstaltung kam in mir der Wunsch auf, jungen Innovatoren in Tunesien die gleiche Chance zu geben, brillante Ideen in verschiedenen Bereichen auszutauschen. Also beschloss ich, meine Visitenkarte an ein Mitglied der Falling Walls Foundation zu übergeben, auf der ich die Frage formuliert habe: "Falling Walls Lab Tunis?". Er stellte mir daraufhin Naveed Syed vor, Projektleiter des Falling Walls Lab International bei der Falling Walls Foundation, und so begann alles. Naveed war sehr offen für die Idee und half mir dabei, ein Falling Walls Lab in Tunis zu organisieren.


Der schwierige Teil war die Vorstellung der Veranstaltung in Tunesien. Viele nationale Universitäten hatten dafür nicht die nötigen Ressourcen. Auch die Tatsache, dass die Veranstaltung in englischer Sprache abgehalten werden sollte, war ein Thema, da Tunesien ein französischsprachiges Land ist. So entschied ich mich, eine sehr inspirierende tunesische Wissenschaftlerin zu kontaktieren, Prof. Zohra Ben Lakhdar, Gewinnerin des L'Oréal-UNESCO-Preises für Frauen in der Wissenschaft 2005 (neben anderen nationalen und internationalen Preisen) und Direktorin einer privaten tunesischen Universität namens ESPRIT (Private Higher School of Engineering and Technology). Sie gab mir volle Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung, einschließlich der notwendigen Finanzen, des Veranstaltungsortes und eines fantastischen Organisationsteams, dem ich hier noch einmal danken möchte: Dr. Salah Bousbia, Frau Meriem Chichti, sowie das junge, erstaunliche und hilfsbereite Team des FUTURA Clubs der ESPRIT.

 

Brain City Berlin: Wie erfolgreich war das Falling Walls Lab in Tunis?

Dr. Sana Amairi Pyka: Die Veranstaltung war sehr erfolgreich. Wir haben 13 Kandidaten aus 32 Bewerbungen ausgewählt, darunter 9 Frauen und 4 Männer. Es ist schön zu sehen, dass wir so viele Frauen für einen solchen Wettbewerb begeistern konnten. Alle waren wunderbare junge Kreative in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Biologie, Medizin, Ingenieurwesen und Start-ups. Unsere Jury bestand aus gebürtigen Tunesiern mit herausragenden Reputationen, die etwa von der NASA, der TU Chemnitz, aus Deutschland, Paris, Frankreich und Tunesien kamen. Wir hatten etwa 150 Gäste und 5 Sponsoren. Während der Veranstaltung hielten Vertreter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH informative Vorträge über ihre Aktivitäten in Tunesien. Sieger wurde der aus Kamerun stammende Kevin Loïc Kuissu Mbe, der in Tunesien Ingenieurswesen studiert und mit dem Vortrag "Breaking the Wall of Human Concentration Monitoring" gewonnen hat.

 

Brain City Berlin: Können Sie die Bedeutung der Veranstaltung in Tunis einschätzen?

Dr. Sana Amairi Pyka: Falling Walls Lab Events sind sehr wichtig, denn im Gegensatz zu anderen Wettbewerben ist der Aspekt des wissenschaftlichen Durchbruchs entscheidend. Dies macht das Lab zu einem leistungsfähigen Bewertungsinstrument dafür, inwieweit sich die lokalen Wettbewerber über Innovationen und technologische Fortschritte in der Welt im Klaren sind. Es informiert uns auch darüber, wie gut das System ist: Fördert es die Kreativität? Vertrauen die klugen, jungen Wissenschaftler ihren Ideen und haben sie die Werkzeuge, um sie zu verwirklichen? Dies ist aus meiner Sicht eine äußerst wichtige und notwendige Evaluierung.

 

Brain City Berlin: Was bedeutet es für Sie als Wissenschaftlerin aus Berlin, die Brain City international vertreten zu können?

Dr. Sana Amairi Pyka: Das Falling Walls Lab Tunis war meine erste Chance, die Brain City Berlin Kampagne international zu repräsentieren. Ich liebe Berlin. Berlin ist ein reichhaltiges und vielfältiges Umfeld für wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. Es war mir eine Ehre, meine Stadt so gut wie möglich zu vertreten und dabei alle großartigen Werkzeuge zu nutzen, die mir Berliner Partner für Wirtschaft und Technologie, Initiator der Brain City Berlin-Kampagne, zur Verfügung gestellt hat.

 

Brain City Berlin: Werden Sie an der Falling Walls Conference in Berlin teilnehmen?

Dr. Sana Amairi Pyka: Ich bin der Falling Walls Lab Foundation sehr dankbar, dass sie mir ein kostenloses "Lab organizer" Ticket angeboten hat. So werde ich am Falling Walls Lab, Conference and the Venture teilnehmen.

Medienberichterstattung über das Labor Falling Walls in Tunis